Wie Colt Seavers wieder in mein Leben kam

I might fall from a tall building/

I might roll a brand new car/

‘Cos I’m the unknown stuntman/

That made Redford such a star.

Alle begann an einem Fernsehabend mit meinen vier Kindern. Ich hatte eine DVD-Box geschenkt bekommen, die erste Staffel der TV-Serie „Ein Colt für alle Fälle“. Lee Majors als Stuntman und nebenberuflicher Kopfgeldjäger, wallendes Brusthaar, vollbusige Frauen und fulminant explodierende Autos. 80er-Trash auf allen Zylindern. Die Titelmelodie lief los, drei Fingerschnipsen: Tack, Tack, Tack – und die Erinnerungen an Früher waren sofort wieder da: Die Abende mit meinen Brüdern und Chips-Tüten und dem ZDF, zu jener Zeit, als es nur drei TV-Sender gab und die Welt insgesamt übersichtlicher erschien.

Meine Kinder – der ältester Sohn ist 12, die älteste Tochter 10 – mögen Colt Seavers jedenfalls. Wir sahen innerhalb von ein paar Tagen die komplette Staffel. Was vermutlich am Pickup-Truck liegt, der in jeder Folge bedingungslos durch die Gegend fliegt.

Einige Tage später saß ich mit zwei Freunden zusammen, es war ein Sonntag, American-Football-Abend, die Halbzeit lief. Ich erzählte von Colt und und der Reaktion der Kinder und wie mich der ganze Quatsch mit voller Wucht zurück in die eigene Kindheit katapultiert hatte.

Wie? Alle schauen Colt?

„Geht mir auch so. Ich hab mir gerade die Colt-DVD gekauft“, sagte der Erste.

„Ich seh´ immer ‚Trio mit vier Fäusten’. Das läuft wieder im Fernsehen!“, meinte der Zweite.

Als das Football-Spiel wieder begann, war ein Grundgedanke in meinem Kopf: Ein Buch über die Helden unserer Jugend! Colt Seavers! Alf! Al Bundy! Ein Rundruf bei einigen unserer beliebtesten Autoren ergab: Fast alle zeigten sich begeistert und hatten Lust, an der Anthologie mitzuschreiben. Die Autorin Simone Buchholz erinnert sich an die erste Folge von Alf, die sie zwischen Salamibroten im Ski-Urlaub erwischte. Birgit Weidt erlebt, wie das „Traumschiff“ und auch Sascha Hehn mitten in ihren Trennungsschmerz hineinschieben, Spiegel-Reporter Takis Würger bastelt einen Panzer aus Pappe, um als „Ninja Turtle“ auf der Hauptstraße zu liegen und ja: einer schmierte sich Nivea-Creme in seine Haare, um „Remington Steele“ ähnlich zu sehen.

 

Heute ist COLT SEAVERS, ALF & ICH überall im Buchhandel erhältlich. Bei Amazon rangiert das Buch auf einem Bestseller-Rang. Selten hat die Arbeit an einem Titel soviel Spaß gemacht. Es war nicht nur das Gefühl, sich in der eigenen Kindheit und Jugend zu bewegen. Sie mit anderen noch mal zu teilen. Es gibt noch einen anderen Gedanken: Wir sind in einem Alter, in dem wir die Melancholie entdecken.

Eines Tages, Baby, werden wir alt sein.

HIER GIBT ES DAS BUCH: COLT SEAVERS, ALF & ICH, überall im Handel und bei uns. Wegen der großen Aktion zum Jubiläum von Ankerherz ist das Buch deutlich preisreduziert!

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