Vorsicht Ahoi: Wie die MS Helgoland durch die Coronakrise steuert

Die Coronakrise trifft den Tourismus an der deutschen Nordseeküste mit voller Wucht. Wo an Ostern normalerweise Hunderttausende durchpusten, herrscht zum Schutz vor dem gefährlichen Virus eine große Leere. Auch für die Helgoland-Fähre der Reederei Cassen Eils ist es eine Ausnahmesituation.

Ostern mit einem Himmel, so blau wie die Nordsee an einem Sommertag, dazu warme Temperaturen. Normalerweise wären diese Ostertage ein Fest für alle, die Helgoland lieben. Doch Deutschlands einzige Hochseeinsel wurde abgeschottet, zum Schutz der Inselbewohner. Bislang gibt es keinen bestätigten Corona-Fall auf dem Roten Felsen – und dies ist angesichts der schwierigen medizinischen Versorgung auch gut so.

Jeden Dienstag und Donnerstag fährt die „MS Helgoland“ von Cuxhaven rüber auf die Insel. Das moderne Seebäderschiff, ausgerüstet mit umweltfreundlichem LNG-Antrieb, bietet Platz für mehr als 1000 Passagiere. An Bord dürfen momentan nur Insulaner mit Erstwohnsitz und Menschen in „systemrelevanten Berufen“, die etwa Strom- und Wasserversorgung sicherstellen und dies auch belegen können. Auch Fracht und Post liefert das Schiff. 19 Passagiere nahmen das Schiff am Gründonnerstag auf der Hinfahrt, elf fuhren zurück nach Cuxhaven.

Die MS Helgoland mit 19 Passagieren

Journalisten dürfen mit einer Akkreditierung der Kieler Landesregierung auf die Insel. Wir von Ankerherz verzichten aktuell auf den Besuch unseres Studios von Radio Ankerherz und unseres Programmchefs Thore Laufenberg, zum Schutz der Insel vor Ansteckung. Als vor einigen Tagen ein Redakteur der BILD-Zeitung auf die Insel reiste, um darüber zu berichten, was nicht passiert, sorgte dies in den Sozialen Medien für emotionale Diskussionen.

 

Dieses Video stammt von unserer „Spucktütentour“ nach Helgoland – abonniert HIER unseren YouTube-Kanal von Ankerherz!

Die Crew der MS Helgoland und die Inselpolizei kontrolliert genau, wer auf die Insel kommt. Mit Mundschutz und Handschuhen ausgestattet, inspiziert man an der Gangway die Papiere. Jeder Passagier muss einzeln von Bord gehen (die Crew darf die Insel nicht betreten) und die mehrseitige Einreiseerklärung oder ein Schreiben des Arbeitgebers vorlegen. Bis mindestens zum 30. April gelten die strengen Bestimmungen, und es ist davon auszugehen, dass sie verlängert werden. Ein Schiff, das eine Nordseeinsel versorgt, muss Stürme aushalten können – einen solchen „Sturm“ hat es aber noch nie meistern müssen.

„Wir verlieren nicht die Nerven“

Mit Ausnahme der Auszubildenden befinden sich derzeit alle gut hundert Mitarbeiter der Reederei Cassen Eils in Kurzarbeit. Im Gespräch mit den Cuxhavener Nachrichten lobt Geschäftsführer Peter Eesmann den „guten Zusammenhalt“ innerhalb seines Unternehmen:  „Wir verlieren jetzt nicht wegen des Virus die Nerven“, sagt er. „Wir stecken weiter viel Geld und Arbeit in unsere Schiffe.“

Nur nicht unterkriegen lassen, das ist das Motto auf Helgoland und überall im Norden.

 

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