Wilde Welle – mit Axel Prahl auf See

Das Meer ist für Axel Prahl ein besonderer Ort. Hängematte für die Nerven, Tankstelle für den Geist – und vor allem gefühlte Heimat. An Bord des Bootes „Jonny“ wählte er auf der Ostsee die Geschichten für diese Anthologie aus – und erklärt seine Liebe zum großen weiten Blau. Ein Ostsee-Törn mit Ankerherz.

Während „Wilde Welle“ entsteht, sind wir unterwegs auf der „Jonny“. Ein auf altmodische Weise schönes, ein schlichtes, weißes Boot, das mich an die Szenen aus der Jagd auf den „Weißen Hai“ erinnert. In Travemünde sind wir losgefahren, am Priwall vorbei, hinaus in die Lübecker Bucht. Die Uferlinie auf der Backbordseite, schiebt sich „Jonny“ Richtung meiner Heimat Neustadt in Holstein. Es gibt keinen besseren Ort, eine Sammlung von Kapitänsgeschichten zusammenzustellen, als auf dem Meer.

In der Kabine duftet es nach schwarzem Kaffee und nach Zigaretten. Die Sommersonne scheint durch die Fenster herein. Vor uns auf dem Tisch liegen mehrere Bücher von Ankerherz, die Bände mit den Kapitäns-Geschichten, die Alaska-Abenteuer, das Kochbuch „Kombüsengold“ mit Rezepten echter Schiffsköche. Wir wollen ein Destillat der besten Stories zusammenstellen. Axel sucht sie aus und schreibt einen Kommentar dazu, wieso sie ihm so gut gefallen. Und ein persönliches Essay, was das Meer für ihn bedeutet. Er ist an der Küste großgeworden. Seine Kindheit verbrachte er in Neustadt/Holstein. “Das Meer lässt einen nie wieder los”, sagt er. “Es ist ein Zuhause.”

 

20 Geschichten wählt Axel an Bord für „Wilde Welle“ aus und kommentiert, was er damit verbindet und warum er sie in die Anthologie aufnimmt. Ob Seemannsgarn dabei ist? “Wenn es der Unterhaltung dient, darf das doch sein”, sagt er. Wer vermag schon zu sagen, ob manche Welle in der Erinnerung der Seeleute ein paar Meter höher wurde, als sie es tatsächlich war. Jede Erinnerung wächst und atmet, man kennt das. Geprüft wurden die Geschichten, mithilfe von Logbüchern, Karten, Wetterberichten. Sie sind wahrhaftig. Sie sind echt, wie die Männer, die sie erlebt haben. Darauf kommt es mir an: Um Echtheit, Originalität. Man könnte sagen: In diesem Buch geht es um die Seele der See.

Die Sonne versinkt in der Ostsee, als wir mit der Arbeit fertig sind. Warmes, volles Abendlicht auf den Wellen, der Motor brummt und die „Jonny“ zieht einen weißen Streifen in die See. Ganz hinten sind schon die Lichter des Hafens von Travemünde zu erkennen. Ein Geruch nach Salzwasser. Möwenschreie. Axel zündet sich noch eine Zigarette an.

 

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