Zehn Jahre Ankerherz – eine große, kleine Geschichte

Zehn Jahre Ankerherz, und das sind die Zahlen: 24 Bücher. 5 SPIEGEL-Besteller. 8 Kreuzfahrten. 350.000 Facebook-Freunde. 1 Radiosender und 1000 Blogs auf Deutschlands vielleicht größter maritimer Webseite.

Was Zahlen nie erklären: den Spaß dahinter.

Als wir Ankerherz gründeten, haben uns nicht wenige für verrückt erklärt. Ja, vielleicht waren wir das auch. Es war nie ein grader Kurs. Es war ein Ritt über ein bewegtes Meer. Mal ging es aufwärts, mal fielen wir in ein Wellental, mal hatten wir Wind in den Segeln, und mal schien kein Land mehr in Sicht.

Wir sind mit der Queen Mary nach New York gefahren und in einem Kutter nach Spiekeroog. Wir haben Kap Hoorn im Sturm umrundet und in einer Zahnarztpraxis gelesen. Wir aßen mit Al Pacino zu Abend und verlegten das Buch des begabtesten Obdachlosen Hamburgs. Die Haifisch Bar war uns immer näher als der Kaisersaal, und wir brachten Hollywood nach Hollenstedt.

In den Rocky Mountains näherten wir uns einer Filmlegende, in Tschetschenien betranken wir uns mit einem Boxer. Wir eröffneten das größte Literaturfestival Europas und schlossen nachts die Haifisch Bar. Wir bekamen Liebesbriefe und Morddrohungen und pfeifen auf die AfD. Wir feierten Triumphe und machten auch manche Fehler.

Doch alles, war wir angehen, hat Ankerherz.

Für uns lasen Otto Sander und Henning Baum, Axel Prahl und Kapitän Schwandt. Wir schenkten alten Ordensschwestern eine Stimme, Bergarbeitern, Kriegsfotografen und den Fischern vor Alaska. Wir feiern die Helden des Alltags, so gut, wie wir es können. Wir schenken ihnen ein Denkmal aus schwedischem Papier und drucken immer noch in Deutschland.

Die schönsten Momente waren: Als sich zwei Kriegsfeinde wegen unseres Buchs in den Armen lagen. Als ein alter Kapitän vor Freude weinte. Jedes Mal, wenn der Laster mit einem neuen Buch ankommt.

Zehn Jahre Ankerherz, und das ist erst der Anfang.

 

Stefan & Julia Kruecken, Ankerherz

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