ISLES OF SCILLY: Wie in den Abenteuern der „Fünf Freunde“

Als kleine Junge hörte ich die Kassetten der „Fünf Freunde“ von Enid Blyton. Ich träumte mich in eine Welt mit Schmugglerhöhlen, Abenteuern auf Leuchttürmen, geheimnisvollen Gängen durch Klippen.

Jetzt habe ich den Ort gefunden, wo diese Abenteuer spielen könnten. Die Isles of Scilly, knapp vierzig Seemeilen westlich vor Land´s End in Cornwall, England. Es war wie eine Reise in die Kindheit, obwohl ich vorher nie dort gewesen war.

Isles of Scilly: subtropisch im Atlantik

Ankommen in Hughtown, dem Hafenstädtchen der Hauptinsel St. Marys. Der Hafenmeister hat die Tidezeiten mit Kreide auf eine Tafel geschrieben. Ein Schild auf der Pier meldet, wann die Ausflugsboote zu den Seehundbänken und raus zu Bishop Rock fahren, der kleinsten bebauten Insel der Welt mit ihrem berühmten Leuchtturm.

Die Zeit steht still auf St. Mary. Boote liegen im Hafenbecken, Hektik ist ganz woanders, und der erste Pub, an dem wir vorbeikommen, heißt „Meerjungfrau“. Überlaufen ist es hier nie, denn es nicht so einfach, hierhin zu kommen mit der Fähre, die drei Stunden vom Festland braucht und nicht billig ist.

Kaum ein Ort in Großbritannien verzeichnet so viele Sonnenstunden wie die Isles auf Scilly (ausgesprochen „silly“). Obwohl die 140 Inseln wie Wellenbrecher im Atlantik liegen, ist das Klima wegen des Golfstroms mild, beinahe subtropisch. So viele Palmen, Pinien und Rhododendren wachsen auf den Scillies, einem Paradies für Blumen.

 

Wir haben nicht viel Zeit, bis unser Schiff wieder ablegt. Im Krämerladen kaufen wir Postkarten und fragen die Dame am Tresen, was sie für ein paar Stunden auf der Insel empfiehlt. „Leiht Euch einen Golfbuggy“, rät sie. Wenig später zockeln wir mit den Kindern in einem solchen Elektro-Kart über die Insel.

Unterwegs in einem Golfbuggy

Was für ein Tag: Wir besuchen einsame Buchten mit türkisfarbenem Wasser. Wir besichtigen die Station der Seenotretter, die hier besonders mutig sein müssen. Die Gewässer rund um die Isles of Scilly  sind wegen der Riffe und starken Strömungen besonders tückisch. Hunderte Schiffswracks liegen auf Grund.

Hier ereignete sich auch eine der größten Katastrophen in der maritimen Geschichte Großbritanniens. In der Nacht vom 22. Oktober 1707 lief eine Flotte von 21 Schiffen der Royal Navy unter dem Kommando von Admiral Sir Cloudesley Shovell auf den Klippen auf. Vier Schiffe sanken. Mehr als 1450 Seeleute ertranken, unter ihnen auch der Admiral.

Wie wild der Atllantik in den Herbst- und Winterstürmen tobt, kann man sich gar nicht vorstellen an diesem Tag. Als wir die Isles of Scilly verlassen, sind wir traurig. Der Besuch war zu kurz, viel zu kurz. Wir kommen bald wieder, das steht fest.

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