Vor Nigeria: Piraten entführen 12 Seeleute von Schweizer Frachter

Jahrelang hielten Meldungen von Piraten, die Schiffe am Horn von Afrika überfallen, die Seefahrt in Atem. Die Entführung eines Schiffes der Reederei Maersk vor Somalia wurde später sogar von Hollywood verfilmt, mit Tom Hanks in der Hauptrolle. Kaum hat sich diese Krisenzone etwas beruhigt, gibt es einen neuen Brennpunkt. Vor der Westküste Afrikas häufen sich die Überfälle auf Frachter und Tanker. Kriminelle haben nun vor der Küste von Nigeria einen Frachter unter Schweizer Flagge überfallen und zwölf Seeleute verschleppt. Über ihren Verbleib ist bislang nichts bekannt. Die Suche nach den Tätern läuft.

„Sie hatten lange Leitern dabei und zerschnitten den Stacheldraht an Deck“, sagte ein Sprecher der in Genf ansässigen Reederei. Die „Glarus“, ein Massengutfrachter, befand sich mit einer Getreideladung auf dem Weg von Lagos nach Port Harcourt. Knapp 45 Seemeilen vor Bonny Island schlugen die Kriminellen zu.

Piraten vor Westafrika

In diesem Jahr verzeichnet das Internationale Seefahrtsbüro in London, das Überfälle von Piraten dokumentiert, bereits 40 Angriffe vor der Westküste Afrikas. Die Organisation bietet sogar eine Karte an, in der die Überfalle verzeichnet sind. Vor allem vor dem Ölhafen Port Harcourt gibt es ein massives Problem, wie zahlreiche “Fähnchen” belegen, die ein Verbrechen markieren.

In mindestens fünf Fällen wurden Seeleute verschleppt. Die Kriminellen plündern die Frachträume. Es gibt Berichte von Misshandlungen der Gefangenen, die nach einiger Zeit gegen Lösegeld freigelassen werden. Zuletzt brachten Seeräuber die Besatzung eines Großtankers vor der Küste von Gabun in ihre Gewalt. Nach neun Tagen ließen die Verbrecher ihre Gefangenen frei. Ob es zu Zahlungen von Lösegeld seitens der Reederei kam, wurde nicht bekannt.

Hoffen wir, dass die Besatzung der „Glarus“ den Überfall körperlich unbeschadet übersteht. Sieben Seeleute stammen von den Philippinen, die anderen kommen aus Slowenien, der Ukraine, Rumänien, Kroatien und Bosnien.

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