Traumort am Meer: ein kleines Dorf am Beachy Head, England

Traumort am Meer: ein kleines Dorf am Beachy Head, England. In unserer neuen Blog-Rubrik stellen wir Euch Ort zum Träumen vor. Diesmal sind wir im Süden von England. Viel Spaß!

„Beachy Head“ nahe Eastbourne, Sussex, Südküste von England. Eine magische Landschaft mit hohen Kreidefelsen, gegen die immerzu die Wellen des Ärmelkanals schlagen. Unweit der schroffen gibt es ein Dorf namens East Dean. Es ist nicht mehr als eine Ansammlung von Häusern, mit einem alten Pub, dem „Tiger Inn“. Sir Arthur Conan Doyle, der Autor von Sherlock Holmes, ließ hier seinen fiktiven Detektiv die ebenso ausgedachte Rente genießen.

Hier ist auch der Ort, an den sich der BBC-Alternativ-Bond „Luther“ in einer Folge zurückzieht. Man versteht sofort, warum: Vom Dorf aus führt ein schmaler Weg einen Wald und über die Hügel. Man wandert vorbei an einer Menge Schafe, dann steht man unvermittelt auf den Klippen, den „Seven Sisters“.

Traumort am Meer: am Beachy Head

Im Sturm krachen die Wellen unten an die Felsen. Wenn es Nacht wird, sieht man, dass im oberen Stockwerk des Belle Tout Leuchtturms ein Licht angeht. Der wirft heute kein Feuer mehr über das Meer. Er beherbergt ein Bed&Breakfast. Als sei dies alles nicht  schon kitschig genug, steht nicht weit entfernt das „Beachy Head Lighthouse“ in den Wellen, ein Postkartenmotiv in rot und weiß. Eines der beliebtesten Postkartenmotive überhaupt.

 

Es gibt jede Menge Mythen und Legenden an dieser Küste, von Schmugglern und gestrandeten Schiffen. Es ist herrlich, sie abends bei einem Pint im gemütlichen „Tiger Inn“ zu lesen. Zum Beispiel die von Jonathan Darby, einem Pfarrer, der 1706 die Gemeinde East Dean übernahm. Er machte sich Sorgen wegen der zahlreichen Havarien vor der Küste. Als ein großer Schoner sank und die Wellen die Leichen vieler ertrunkener Seeleute an die Küste spülten, beschloss er, zu handeln.

Schmuggler, gestrandete Schiffe

Mit eigenen Händen grub er ein Tunnelsystem in die Klippen. Er fand eine Höhle, etwa sieben Meter oberhalb der Flutlinie, vergrößerte sie und machte es sich darin bequem. Zog fortan ein Sturm auf, verließ Pfarrer Darby sein Haus im Dorf und kletterte in diese Höhle, um ein großes Feuer zu entzünden. Man sagt, dass das Licht tausenden Seeleuten das Leben rettete.

Geriet ein Schiff trotz der Warnung den Klippen zu nahe und strandete auf den scharfen Felsen, war Pfarrer Darby zur Stelle. In einem Fall zog er 23 Seeleute in die Höhle; einmal sollen 12 Matrosen und die Offiziere direkt vom Bugspier einer havarierten Brigg in die Höhle geklettert sein. Der Zufluchtsort ging als „Parson Darby´s Hole“ ins kollektive Gedächtnis der Menschen an der Küste ein.

Der Freund der Seeleute

Nach dem Tode des Pfarrers fand die Höhle anderweitige Nutzung. Schmuggler deponierten darin ihre Güter. Der Pub „Tiger Inn“, an dessen Kamin ich die Geschichte las, soll eine wichtige Rolle bei vielen Operationen gespielt haben. Wegen der natürlichen Erosion verschwand die Höhle, doch Pfarrer Darby ist unvergessen. Auf seinem Grabstein neben der Kirche von Friston steht:

„Er war ein Freund der Seeleute.“

 

 

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