Cap San Diego: Der Weiße Schwan muss in die Werft

Die Cap San Diego ist eine der schönsten Attraktionen des Hamburger Hafens. Sie ist das größte fahrtüchtige Museumsschiff der Welt und ein echter Hingucker. „Weißer Schwan“ nennt man den Stückgutfrachter wegen seiner Schönheit. Nun muss die alte Dame in die Werft nach Bremerhaven. Am morgigen Sonntag (14. März) geht das Schiff auf die Reise.

Der Stückgutfrachter geht nach Bremerhaven in die Bredo-Werft, damit sie wieder raus auf See darf. Alle fünf Jahre ist ein solcher Sicherheitscheck erforderlich. „Klasse machen“ nennt sich das. Auf der „To Do“-Liste der Werftarbeiter in den „Bredo Dry Docks“ stehen dieses Mal mehr als 200 Punkte.

Unter anderem werden die Tanks gereinigt und die Bilgen überprüft, in denen sich Fleckwasser sammelt. Der komplette Schiffsrumpf soll vermessen werden. Ist der Stahl an einer Stelle nicht mehr dick genug, wird nachgebessert. Auch das Ladegeschirr wird überarbeitet. Die „Cap San Diego“ stammt als Stückgutfrachter aus einer Zeit, in der die Schiffe noch selbst Ladebäume hatten und jedes Teil in die Luken an Bord gehievt wurde. Lange vor dem Container.

Bitte um Spenden für den „Weißen Schwan“

Etwa 1.4 Millionen Euro kosten die Arbeiten. Die Hälfte kommt aus dem Denkmalschutzprogramm des Bundes. Die andere Hälfte muss die Eigentümerin des Schiffes – die Hamburger Admiralität – selbst aufbringen. Man hofft auf Spendengelder. (Stiftung Hamburger Admiralität, Stichwort „MS Cap San Diego“, Hamburger Sparkasse, IBAN: DE 5120 0505 5012 8010 6368).

Zum Hintergrund: Seit 1988 liegt die „Cap San Diego“ an der Überseebrücke. Eine eigenen Crew aus 20 Mitarbeitern und vierzig Ehrenamtlern – die meisten Seeleute – kümmert sich rührend um das Schiff. Die „Cap San Diego“ ist das letzte noch erhaltene Schiff einer Reihe von sechs schnellen Stückgutfrachtern, die seit Anfang der 1960er Jahre für die Reederei Hamburg Süd fuhren. Das 160 Meter lange Schiff transportierte bis Anfang der 1980er Jahre Maschinen, Chemikalien und Autos von Hamburg nach Südamerika und wieder zurück. Kaffee, Fleisch, Obst, Textilien und Fruchtsaftkonzentrat gehörte ebenfalls zur Ladung – sogar lebende Kühe.

Übernachten auf der „Cap San Diego“

Heute ist die „Cap San Diego“, die vor der Elbphilharmonie liegt, eines der beliebtesten Fotomotive des Hamburger Hafen. Ein besonderer Tipp für Freunde der Seefahrt ist es, auf dem alten Schiff zu übernachten (hier geht es zum Link). Natürlich, wenn die Corona-Zeit vorbei ist…

In unserem Buch „Kapitäne“ erzählen mehrere Kapitäne aus der Zeit der Stückgutfrachter. Als Seefahrt noch mehr Romantik und Abenteuer bot, aber sicherlich auch etwas beschwerlicher war. Das Buch gibt es überall im Handel und hier bei uns im Ankerherz Buchladen.

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