Großcontainerschiff Mumbai Maersk läuft vor Wangerooge auf Grund

Das Großcontainerschiff Mumbai Maersk ist in der Nacht auf Donnerstag vor der Insel Wangerooge auf Grund gelaufen. Das Havariekommando hat die Einsatzleitung übernommen. Ein erster Versuch, das 399 Meter lange Schiff freizuschleppen, scheiterte in den Morgenstunden. ++ Update ++

Es ist der Alptraum vieler Menschen an der Küste: Ein knapp 400 Meter langes Großcontainerschiff, das auf Grund läuft. Das Schiff der dänischen Reederei Maersk befand sich auf dem Weg von Rotterdam nach Bremerhaven, als es vor Wangerooge Grundberührung hatte.

Mumbai Maersk hat Grundberührung

Nach Ersuchen der Verkehrszentrale Bremerhaven hat das Havariekommando Cuxhaven die Gesamteinsatzleitung übernommen. Die Mehrzweckschiffe Neuwerk (Foto) und Mellum sowie weitere 5 Schlepper wurden an die Unfallstelle beordert. Ein Towing Assistance Team ging zur Unterstützung an Bord der Mumbai Maersk. Ein Towing Assistance Team besteht in der Regel aus vier Seeleuten, die speziell für den Einsatz auf manövrierunfähigen und verlassenen Schiffen ausgebildet sind.

 

„Ein erster Versuch in den frühen Morgenstunden, das Schiff ins tiefere Fahrwasser zu schleppen war erfolglos“, meldet das Havariekommando. Man arbeite nun mit der Reederei des Containerschiffes zusammen und erarbeite derzeit ein Bergungskonzept, heißt es. Die Mumbai Maersk ist 399 Meter lang und 58 Meter breit.

Schiff vor Wangerooge auf Grund

AIS-Daten zeigen, dass das Großcontainerschiff kurz vor der Havarie einen harten Kurswechsel vornahm und dann wieder auf Gegenkurs ging. Was zur Ursache der Havarie führte, ist noch unbekannt.

Wenige Stunden zuvor war es Rettungsteams vor Den Haag gelungen, die Strandung eines Bulkcarriers vor Den Haag in letzter Minute zu verhindern (Ankerherz Blog). Im Sturm Nadia ging ein TAT-Team des Havariekommandos an Bord des 190 Meter langen Schüttgutfrachters Vienna, der nach einem Ausfall der Maschine manövrierunfähig in den Wellen trieb.

Die Zahl der Havarien wird gewiss zu neuen Diskussionen über Sicherheit und Seefahrtswege an der Küste führen. Bürgermeister der Inseln setzen sich seit einiger Zeit dafür ein, dass die Schiffe einen weiteren Weg um die Inseln nehmen müssen. (Siehe hier in Stefans Geschichten vom Meer: Die Sorge auf den Inseln…)

 

++ Zweiter Bergungsversuch geplant ++

Es gibt eine neue Stellungnahme des Havariekommandos Cuxhaven. Ein Peilschiff wurde an die Unfallstelle beordert, um Informationen zur Wassertiefe zu erhalten. Vor Ort ist ein „On-Scene-Koordinator“ eingetroffen, der die Bergungsmaßnahmen leitete.

„Nachdem der erste Schleppversuch aufgrund des ablaufenden Wassers abgebrochen werden musste, werden derzeit die Planungen für einen weiteren Schleppversuch intensiviert und Planungsdetails ausgearbeitet“ heißt es vom Havariekommando. Die Reederei Maersk hat mit einem Bergungsunternehmen einen Vertrag abgeschlossen.

Sobald alle Vorbereitungen abgeschlossen und leistungsstarke Schlepper vor Ort sind, soll bei optimalen Wasserständen ein weiterer Bergungsversuch gestartet werden.

„Es wird schwierig“, sagte eine Behördensprecherin im Gespräch mit Ankerherz.

 

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