KAPITÄN SCHWANDT: Labskaus

Für die einen ist es eine Delikatesse des Nordens, ein Muss und das Lieblingsessen. Für die anderen sieht es aus wie schon einmal gegessen und kommt nicht auf den Teller. Labskaus, das Gericht der Seeleute, aus Kartoffeln, gepökeltem Rindfleisch, Spiegelei und Roter Beete, ist ein Klassiker. Doch was ist seine Geschichte?

1706 wird der Gericht erstmals von einem englischen Autoren namens Ned Ward erwähnt, zu Zeiten der Segelschiffahrt. Der Hintergrund ist wenig romantisch und kein bisschen kulinarisch: Auf den Schiffen gehörte Pökelfleisch zur vorgeschriebenen Ration. Weil die Matrosen aber an Skorbut und schmerzenden Zähnen litten und keine feste Nahrung zu sich nehmen konnten, wurde die Portion kleingehackt und püriert.

Um das Originalrezept rankt sich ein Mythos. Gehört Fisch wirklich dazu? Diese Frage ist eine reine Geschmackssache. Manche Quellen besagen, dass das Gericht aus England stammt – auch umstritten. Sogar Norwegen wird ins Spiel gebracht. Auch der Ursprung des Wortes Labskaus ist unbekannt. Es gibt mehrere Deutungen, die alle erst für das 19. Jahrhundert bezeugt sind. Eine Theorie: Vom englischem Ursprung „lobscouse“ entlehnt, wurde es über lout’s course mit der Bedeutung „Speise für Flegel“ entwickelt. Na Mahlzeit.

Unser Tipp: Das Beste Labskaus Hamburgs gibt es nach ausgiebiger Feldforschung von Ankerherz in der Haifisch Bar, zubereitet von Wirt Gert Schlufter. Dazu ein kaltes Astra – köstlich!

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