Lockdown-Schwermut? Verlängert die Rauhnächte!

Rauhnächte nennt man die Zeit zwischen den Jahren. Eine mythenumwobene Zeit, um die sich alte Bräuche ranken und der Impuls, sich aus der Welt zurückzuziehen. Angesichts des Corona-Lockdown haben wir einen Vorschlag: Verlängert die Rauhnächte und macht es Euch gemütlich!

Uns erreichen in diesen Tagen viele Nachrichten von Facebook-oder Instagram-Freunden, denen es nicht gut geht. Schwermut macht sich im verlängerten Corona-Lockdown breit. Wie geht es weiter? Gesundheitlich, im Beruf, überhaupt? Einige schreiben uns, wie sehr ihnen die Ungewissheit auf der Seele liegt. Anders als im ersten Corona-Lockdown trägt das Wetter nicht unbedingt dazu bei, die Stimmung aufzuhellen.

Nun geht am 6. Januar eigentlich die Zeit der Rauhnächte zu Ende. So nennt man die Zeit im Jahr, in der man sich früher zurückzog. Es war die geheimnisvollste Zeit im Jahr: kalt, dunkel, rau. Der Begriff Rauhnächte indes leitet sich vermutlich (es gibt mehrere Erklärungen, über die gestritten wird) von „rauch“ ab – früher ein Synonym für „behaart“ oder „pelzig“. Denn es gingen „Perchten“ um, die in Fellen bekleidet Angst verbreiteten und die böse Geister vertreiben sollten.

Geheimnisvolle Rauhnächte

Unsere Vorfahren hatten eben weder Netflix noch Bücher und mussten sich etwas einfallen lassen, um die dunklen Nächte, in denen der Sturm ums Haus pfiff, zu verkürzen. Sie erzählten sich Geschichten und gruselten sich. Sie machten es sich – wenn es die Lebensumstände ohne die Annehmlichkeiten wie Strom, Wärme und fließend Wasser irgendwie zuließen – in ihren Häusern gemütlich.

Zu den Bräuchen, die überliefert sind, gehört es, keine Wäsche zu waschen oder zum Trocknen aufzuhängen. Das brauchte Unglück und Not. In Rauhnächten befragte man gerne  Orakel und sah in die Zukunft. Manche Tiere, so hieß es, begannen in einer Rauhnacht zu sprechen. Manche beschwerten sich auch über ihre Besitzer. Problem war nur: Wer von einem Tier Tipps für die nächsten Monate erhielt oder einen Tadel, war dem Tode geweiht.

Insofern sind wir ganz froh, dass unser Sicherheitschef Jupp nur ausgiebig schnarcht, bislang jedenfalls.

Den ganzen Mist aussitzen

Nun ist der Corona-Lockdown bis mindestens Ende des Monats verlängert worden. Wie wäre es damit, wenn wir die Rauhnächte auch verlängern – und zwar mit maximaler Gemütlichkeit: feines Buch (vom Meer?), ein heißes Getränk, ein kaltes Getränk aus Island, eine dicke Decke. Dem Hund beim Schnarchen zuhören. All die Trumps, die AfD, die Wendlers und anderen Spinner müssen draußen bleiben.

Lasst uns den ganzen Mist einfach aussitzen.

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