Ein Leuchtturm auf Shetland: die Legenden von Sumburgh Head

Sumburgh Head ist der älteste Leuchtturm auf Shetland. Ein sturmumtoster Ort mitten in einem wilden Meer – und das erste Stück Land, das wir sehen, wenn wir mit unserer Skua-Tour nach Island unterwegs sind. Es ist ein Ort der Legenden.

Nach knapp 18 Stunden auf See kommen die Klippen von Sumburgh Head in Sicht. Je nach Wetterlage wählt der Kapitän der Islandfähre eine nördliche Route, vorbei an den Klippen von Muckle Flugga. (Was mich immer besonders freut, denn dies ist einer meiner Sehnsuchtsorte). Oder er nimmt den südlichen Kurs. Dann passieren wir Sumburgh Head.

Majestätischer Sumburgh Head

Majestätisch ragen die Klippen aus der See. Auf der letzten Passage sah es aus wie in einem Gemälde aus blauem Ozean und weißen Schaumkronen, und dahinter diese graue Wand. 87 Meter über Meeresspiegel steht Sumburgh Head. Es gibt zahlreiche Gründe, warum dieser Leuchtturm der älteste auf Shetland ist. Wie viele Segelschiffe auf den Klippen zerschellten oder vor der Küste sanken? Niemand weiß das so genau zu sagen.

Die Pläne für den Turm, der 1821 eingeweiht wurde nach einer Bauzeit von mehr als zwei Jahren, zeichnete Robert Stevenson aus Glasgow. Er ist der Großvater des berühmten Schriftstellers Robert Louis Stevenson („Die Schatzinsel“) und stammte aus der Dynastie der Stevenson, die den Leuchtturmbau in Großbritannien und weltweit entscheidend prägte. (Falls dich das Thema interessiert, liest du darüber eine große Geschichte in unserem „Kleinen Buch vom Meer: Leuchttürme).

Der Untergang der „Royal Victoria“

Auch das Feuer des Leuchtturms verhinderte nicht, dass es an dieser stürmischen Ecke zwischen Nordsee und Nordatlantik zu Havarien kam. Etwa zum Untergang der „Royal Victoria“, die in einem kalten Wintersturm im Januar 1864 mit einer Ladung Kohle versank. 13 Seeleute und der Kapitän ertranken. Man begrub die Seeleute auf dem Friedhof nahe der kleinen Kirche von Dunrossness. Die trauernden Eltern stifteten eine Glocke. Viele Jahre lang nutzte man sie am Leuchtturm, um Schiffe bei Seenebel zu warnen.

Als man 1906 ein modernes Nebelhorn installierte, bekam sie einen Platz in der Kirche.

Im Januar 1993 lief nahe von Sumburgh Head der Öltanker Braer nach einem Ausfall der Maschine auf die Klippen. Das 241 Meter lange Schiff war auf dem Weg von Norwegen nach Kanada, als es in einem furchtbaren Sturm mit Wind in Hurrikan-Stärke in Schwierigkeiten geriet. 85.000 Tonnen Schweröl liefen in die See, als die Tanks aufrissen. Die Menschen auf Shetland fürchteten eine Katastrophe ähnlich der „Exxon Valdez“, die in Alaska auf Grund gelaufen war und eine furchtbare Umweltzerstörung zur Folge hatte.

Die „Braer“ hatte doppelt so viel Öl in ihren Tanks.

 

Die Härte des Sturm und vor allem seine Richtung erwiesen sich als Glück. Der Hauptteil des Schweröls wurde auf den offenen Ozean hinausgetrieben. Weil es sich um eine leichtere Sorte handelte, löste es sich im Ozean auf. Zwar starben mehr 1500 Seevögel, doch von einer ganz großen Katastrophe blieb Shetland und seine Community von Fischern verschont. Das Wrack liegt heute noch auf Grund der Quendale Bay. (Wie ein heftiger Wintersturm auf Shetland aussieht, siehst Du hier im Ankerherz Blog…)

Papageientaucher und Skua

Heute hat sich die Natur am Sumburgh Head vollständig vom Unglück erholt. Der Leuchtturm dient heute auch als Besucherzentrum eines Schutzgebiets. Tausende Seevögel brüten in den Klippen. Darunter Papageientaucher und Lummen, die auf der Rückkehr von ihren Ausflügen auf See von den Skua attackiert werden. „Piraten des Nordatlantik“ nennt man die großen Raubmöwen auch. Wir haben nach der Skua unsere Island-Reise benannt.

Sumburgh Head ist ein Ort der Legenden.

 

Wir freuen schon uns darauf, wieder daran vorbei zu kommen. Wenn Du mit an Bord sein möchtest, erhältst Du hier alle Informationen. Mehr über die Highlights der Skua-Tour liest Du u.a. HIER im Ankerherz Blog.

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